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Mit Dampfkraft antreiben

Die textile Produktion veränderte sich in England seit dem 18. Jahrhundert, in Deutschland im Wesentlichen ab dem 19. Jahrhundert grundlegend. Die Handarbeit wurde durch die maschinelle Produktion abgelöst. Voraussetzung hierfür war eine zentrale Energiequelle. Dies war anfangs noch häufig die Wasserkraft, doch schnell setzte sich die erstmals 1712 von Thomas Newcomen konstruierte  Dampfmaschine durch. Statt des traditionellen dezentralen Heimgewerbes entstand die neue Fabrik. Der Fabrikarbeiter ersetzte den Hausweber.

Die Dampfmaschine des TextilTechnikums stammt von der Rheydter Firma Otto Recke 1901. Sie stand in der Mechanischen Leinen- und Juteweberei P.W. Blancke in Heinsberg und tat dort bis zur Schließung des Unternehmens 1981 ihren Dienst. Die Maschine trieb über Transmissionsriemen nicht nur die Textilmaschinen des Betriebs an, sondern auch die übrigen Werkzeuge sowie einen Generator zur Stromerzeugung.

Dampfmaschine

O. Recke Maschinenfabrik,
Rheydt1901

Vor der Elektrifizierung war die Dampfmaschine das Prunk- und das Herzstück der Fabriken. Mit dieser Maschine, die den technischen Stand der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verkörpert, arbeitete die Juteweberei Blancke in Heinsberg bis zu ihrer Schließung im Jahre 1981. Über die Transmissionsriemen wurden die Webstühle, die übrigen Textilmaschinen, Nähmaschinen und Werkzeuge angetrieben.

Die Dampfmaschine im separaten Maschinenhaus einer jeden Textilfabrik war die Energiezentrale des Betriebs. Der Maschinist und der Heizer setzten sie jeden Morgen als erstes in Betrieb. Sie beheizten den Kessel im Kesselhaus und erzeugten durch die Ausdehnung des verdampfenden Wassers den Druck, den die Dampfmaschine in Bewegungsenergie umwandelte. Sobald sich im Kessel der benötigte Druck des Wasserdampfs aufgebaut hatte, konnte das große Schwungrad in Bewegung versetzt werden und die Webstühle, die Spinnmaschinen und andere Geräte in der Fabrik in Betrieb genommen werden. Die Energie der Dampfmaschine wurde mit Tauen und Lederriemen über Umlenkrollen zu den Maschinen geleitet. Diese Energieübertragung nennt man Transmission. Durch die Transmission konnten in einer Fabrik je nach Leistung der Dampfmaschine bis zu 40 Webstühle aber auch Spul- und Spinnmaschinen betrieben werden.

Und auch die Abwärme der Dampfmaschine wurde genutzt. Über ein Rohrsystem geleitet, heizte die warme Luft im Winter die Fabrik. Außerdem trocknete man die durch Stärkebäder gezogenen Fäden, indem man sie über hohle, von innen mit Dampf beheizte Trommeln zog.
 
 
Eine Initiative der Stadt Mönchengladbach