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Färben

Forschungsprojekt "Weltbunt" bewilligt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Projekt "Weltbunt" bewilligt. Projektpartner sind die Hochschule Niederrhein, das TextilTechnikum, das Deutsche Textilmuseum Krefeld und die Technische Hochschule Köln. Für drei Jahre werden ab jetzt die Wechselwirkungen zwischen der Entstehung der synthetischen Farbstoffe im 19. Jahrhundert und dem Einzug der Farben in den Alltag der Menschen erforscht.


Die Farbstoffsammlung der Hochschule Niederrhein im TextilTechnikum

Das Färben von Textilien war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein sehr aufwändiger und teurer Vorgang. Die benötigten Farbstoffe gewann man in langwierigen Verfahren auf pflanzlicher (z.B. Waid) oder tierischer Basis (z.B. Läuse oder Schnecken). Vor diesem Hintergrund beschränkte man sich beim Färben auf jene Kleidungsstücke, bei denen dies aus repräsentativen oder anderen Gründen unumgänglich war, z.B. Festtagskleidung oder Uniformen. Die meisten Textilien blieben unbehandelt und besaßen einfach die ursprüngliche Farbe des Garns.

Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich diese Situation grundlegend. Der britische Chemiker William Henry Perkin entdeckte 1856 zufällig den ersten synthetischen Farbstoff, das Mauvein, einen violetten Farbton. Er löste damit nicht nur einen Mauvein-Modeboom in den Metropolen aus, sondern auch den Siegeszug der synthetischen Farbstoffe. Eine ganz neue Branche entstand, die chemische Industrie. Die Grundlage für die Farbstoffe war Teer, eine Substanz, die bis zu diesem Zeitpunkt noch als Abfall galt. Führend wurde Deutschland, getrieben vom Versuch, von den Farbstoffstoffimporten aus dem Britischen Empire, vor allem Indigo, unabhängig zu werden.  Innerhalb kurzer Zeit verdrängten die synthetischen die teuren natürlichen Farbstoffe. Sie waren in praktisch jedem Farbton, jeder Menge und zu vergleichsweise geringen Preisen herzustellen. Als 1897 die Synthese von industriell verwertbarem Indigo gelang, brach der britische Indigo-Export in relativ kurzer Zeit nahezu vollständig zusammen.

Das größte Interesse an den Farbstoffen besaß die Textilwirtschaft als deren Hauptabnehmer und wichtigster Impulsgeber. An der Nahtstelle zwischen Forschung, Entwicklung und Produktion der Farben auf der einen, der Anwendung auf anderen Seite befanden sich neue Einrichtungen wie die Krefelder Weberei- und Appreturschule, ein Vorläufer der heutigen Hochschule Niederrhein. Hier wurden in Zusammenarbeit mit der Chemie Färberezepturen entwickelt und gleichzeitig die Fachleute aus der Textilbranche ausgebildet. Hochschulabsolventen und Textiler aus aller Welt – viele bereits promoviert – kamen an diese Institution, um die Chemie und die Techniken des Färbens zu lernen. Wegen der großen Bekanntheit der Schule und der Spezialisierung auf diesen Zweig wurde es üblich, dass nahezu alle Hersteller von synthetischen chemischen Farbstoffen, darunter die Vorgängerfirmen von Bayer, BASF Ludwigshafen und andere internationale Unternehmen, Farbstoffproben an die Krefelder Schule sandten, um deren Eignung beim Färben von Textilien zu erproben. Auf diese Weise entstand eine Farbstoffsammlung von über 10.000 Farbpigmentfläschchen, deren Anfänge in die 1860er Jahre, die Gründerzeit der Teerfarbenproduktion und der chemischen Industrie, zurückreichen. Lediglich in  Dresden ist ein (annähernd) vergleichbares Gegenstück bekannt.


Die Präsentation der Farbstoffsammlung im TextilTechnikum erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und der BG ETEM.

Die Blaumacherei im Stadtfernsehen

Hier geht´s zum Bericht von CiTyVision über die Blaumacherei. Eine Aktion des TextilTechnikums, durchgeführt von "krauses Projektdesign".
 
 
Eine Initiative der Stadt Mönchengladbach